Klinik am Homberg, Bad Wildungen, Fachklinik für Orthopädie, Psychosomatik und Psychotherapie
Druckversion vom 02.12.2010
URL: http://www.klinik-am-homberg.de/fersensporn.html
Der Fersensporn ist eine spornartige Knochenbildung, meist unten am Fersenbein. Andere Bezeichnungen für den Fersensporn ist der Calcaneussporn, der plantare oder untere Fersensporn oder auch die plantare Fasziitis.
Im Gegensatz dazu gibt es noch den dorsalen oder hinteren Fersensporn, der sich im Ansatz der Achillessehne bildet. Dieser kommt häufig bei Achillodynie vor.
Ursache des Fersensporn
Oft sind degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen in den Sehnen die Ursache.
Häufige Ursache des Fersensporns ist der sogenannte Senk-Spreizfuß. Durch einen vermehrten Zug der Fußsohle bildet sich eine sogenannte Knochenschwiele.
In seltenen Fällen kann der Fersensporn auch nach einer Infektions- oder Stoffwechselerkrankung auftreten. Hier sei insbesondere der Morbus Bechterew, eine seronegative rheumatische Erkrankung, die Schuppenflechte (Psoriasisarthritis) als auch die Gicht genannt. In seltenen Fällen kommt der Fersensporn auch bei der Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) vor.
Diagnose des Fersensporn
Häufig kommen die Patienten zum Arzt wegen starken Schmerzen an der Ferse mit teilweisen Ausstrahlungen in Fuß und Unterschenkel. Die Beschwerden werden oft als stechend oder brennend beschrieben. Häufig kommen die Schmerzen beim Fersensporn nach längeren Belastungen oder sportlichen Tätigkeiten vor. Es findet sich häufiger ein Entlastungshinken.
Klinische Untersuchung beim Fersensporn
Zunächst wird eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) von Ihrem Arzt erhoben. Er wird auf verschiedene auslösende Ursachen zu sprechen kommen. Häufig treten die Schmerzen bei längeren Belastungen sowie bei sportlichen Tätigkeiten auf.
Danach wird eine genaue körperliche Untersuchung erfolgen. Hier können bereits mechanische Ursachen wie der Senk-Spreizfuß festgestellt werden. Bei der Palpation (Abtastung) der Ferse findet sich oft ein sehr starker Druckschmerz auf der Innenseite der Fersenregion sowie an der Unterseite des Fersenbeines. Sollten Anzeichen für ein rheumatisches Geschehen oder für Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit vorliegen, sind noch laborchemische Untersuchungen mit Blutentnahme notwendig. Auch werden Bewegungseinschränkungen im Bereich des Fußskelettes untersucht.
Danach wird ggf. eine Röntgenaufnahme des Fersenbeins in 2 Ebenen erfolgen. Hier sieht man oft knöcherne Ausziehungen in Zugrichtung der Fußsohle. Die Beschwerden können aber auch ohne Ausbildung eines Fersensporns sehr stark ausgeprägt sein. Häufig sieht man auf dem Röntgenbild gleichzeitig noch knöcherne Ausziehungen im Bereich des Achillessehnenansatzes, ggf. auch eine sogenannte Haglund-Exostose. Hierbei handelt es sich um eine knöcherne Ausbuchtung des Fersenbeins nach hinten.
Therapie des Fersensporn
Bei stark schmerzhaften Veränderungen wird ggf. zunächst ein schmerzlinderndes und reizminderndes Medikament gegeben. Hier sollten sie mit dem behandelnden Arzt auch über evtl. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten sprechen.
Krankengymnastik beim Fersensporn
Im Rahmen der Krankengymnastik wird versucht, vorsichtige, dehnende Übungen durchzuführen. Sollten sich als Ursache des Fersensporns degenerative Veränderungen oder ein Senk-Spreizfuß herausstellen, müssten muskelkräftigende Übungen durchgeführt werden. Oft kann die Beweglichkeit durch aufdehnende Behandlung im Rahmen der manuellen Therapie (Chirotherapie) gebessert werden.
Physikalische Therapie beim Fersensporn
Oft helfen eine lokale Ultraschalltherapie oder auch sogenannte Phonophoresen. Hierbei wird noch unter den Schallkopf ein schmerz- und reizminderndes Medikament gegeben.
Bei starken Schmerzen helfen zunächst schmerzlindernde, abschwellende und reizlindernde Elektrotherapien wie z. B. die Iontophorese oder Hochvolt.
Orthopädietechnische Versorgung beim Fersensporn
Oft helfen entlastende Einlagen oder auch entsprechende Fersenpolster, die zu einer Entlastung des schmerzhaften Bereichs führen. Fersenpolster haben im Gegensatz zu Einlagen den Vorteil, in fast jedem Schuh getragen werden zu können. Hier wird Sie der Orthopädietechniker oder der Orthopädieschuhmacher weiter beraten können.
Röntgenreizbestrahlung beim Fersensporn
Bei diesen Verfahren wird eine entsprechende Röntgenbestrahlung auf den schmerzhaften Bereich gegeben. Dies kann oft eine deutliche Schmerzlinderung zur Folge haben. Bis auf eine geringe Strahlenbelastung finden sich hierbei keine Nebenwirkungen.
Extrakorporelle Stoßwellentherapie beim Fersensporn
Bei der extrakorporellen Stoßwellentherapie handelt es sich um ein Ultraschallverfahren, bei dem starke Ultraschallwellen auf den schmerzhaften Bereich gegeben werden. In ca. 80 bis 90 % der Fälle kann hierdurch eine Besserung der Beschwerdesymptomatik erreicht werden. Während den Behandlungen kann es kurzfristig zu einer Schmerzverstärkung als auch zu Hämatomen (blauen Flecken) kommen.
Da die extrakorporelle Stoßwellentherapie ein recht teures Verfahren ist und die Krankenkassen nicht immer die Kosten übernehmen, sollte zunächst mit dem behandelnden Kollegen Rücksprache gehalten werden.
Infiltrationen beim Fersensporn
Bei starken und chronisch anhaltenden Schmerzen können 2- bis 3-mal lokale Infiltrationen mit einem Betäubungsmittel und etwas Cortison-Beimischung in den schmerzhaften Bereich des Fersensporn gespritzt werden. Diese Art der Behandlung ist zum Teil recht schmerzhaft.
Häufigere Infiltrationen sollten nicht durchgeführt werden, da sie zu degenerativen Veränderungen im Bereich der Fußsohle führen können.
Operation beim Fersensporn
In nur ausgesprochen seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich. Da häufig Nebenwirkungen, insbesondere starke Narbenbildungen, auftreten können, die die Beschwerden beim Fersensporn zum Teil noch verstärken, sollte eine Operation nur der allerletzte Ausweg sein. Hier sollte ausführlichst mit dem behandelnden Operateur über das Operationsverfahren, die Nachbehandlung sowie die evtl. auftretenden Komplikationen gesprochen werden.
Alle o. g. diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bis auf die extrakorporelle Stoßwellentherapie und Operationen werden in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg durchgeführt. Sie sollten Ihnen helfen, langfristig die Beschwerden und Schmerzen beim Fersensporn zu lindern.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Übersicht einen Einblick in das Krankheitsbild des Fersensporns gegeben zu haben.
Ihr Team von der Klinik am Homberg
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Sekretariat der Abteilung Orthopädie Telefon 05621 793-929
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