Klinik am Homberg, Bad Wildungen, Fachklinik für Orthopädie, Psychosomatik und Psychotherapie
Druckversion vom 02.12.2010
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Seite: Tietzesyndrom


Tietzesyndrom

Beim Tietze-Syndrom kommt es zu stark schmerzhaften Auftreibungen am Übergang zwischen Brustbein und Rippen im Brustkorbbereich.  

Ursache des Tietze-Syndrom's

Die Ursache des Tietze-Syndrom's ist nicht bekannt, es werden entzündliche Veränderungen vermutet. Das Tietze-Syndrom tritt besonders häufig bei Frauen auf, selten sind Stoffwechselerkrankungen die Ursache oder degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen.  

Untersuchung bei Tietze-Syndrom

Zunächst wird Ihr Arzt eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) aufnehmen. Er wird evtl. Ursachen wie Überlastungen oder Unfälle mit Ihnen besprechen. Danach erfolgt die körperliche Untersuchung.

Beim Tietze-Syndrom finden sich stark schmerzhafte Schwellungen am Übergang zwischen Brustbein und Rippenknorpel. Oft findet sich eine Schmerzverstärkung beim tiefen Ein- und Ausatmen. Da auch Herzinfarkte ähnliche Beschwerden wie beim Tietze-Syndrom hervorrufen können, sollten ggf. weitere internistische Untersuchungen erfolgen. Hier seien das EKG und das Belastungs-EKG erwähnt.

Sollten Unfälle mit Beteiligung des Brustbeins oder der Rippen vorliegen, wird Ihr Arzt noch eine Röntgenaufnahme des Brustbeins veranlassen.

Laboruntersuchungen mit Blutentnahme sind in der Regel nicht notwendig. Meist ist die Diagnose des Tietze-Syndroms nur anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung zu stellen.  

Therapie bei Tietze-Syndrom

Bei starken Beschwerden durch das Tietze-Syndrom werden zunächst Medikamente zur Schmerzlinderung, Abschwellung und Reizminderung gegeben. Eingesetzt werden hierbei die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), z. B. Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Sie sollten mit Ihrem behandelnden Arzt die Komplikationen sowie evtl. Nebenwirkungen besprechen, ebenso Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Fast alle dieser Medikamente können Magen- und/oder Darmbeschwerden hervorrufen.

Sollten sich die Beschwerden beim Tietze-Syndrom nicht bessern, kommen  Infiltrationen (Spritzen) mit lokalen Betäubungsmitteln in Frage.  

Physikalische Therapie beim Tietze-Syndrom

Es können beim Tietze-Syndrom sowohl wärmende als auch kühlende physikalische Maßnahmen eingesetzt werden. Gut bewährt hat sich der Softlaser und die  Ultraschall-Behandlung. Bei starken Schmerzen kommen schmerzlindernde Elektrotherapien wie Hochvolt oder TENS in Frage.  

Krankengymnastik beim Tietze-Syndrom

In der Regel ist eine krankengymnastische Behandlung nicht notwendig. Bei Fehlstellungen der Wirbelsäule sowie Zuständen nach Unfällen kann aber eine muskelkräftigende Therapie für die Wirbelsäule sowie dehnende Übungen im Bereich der Rippen eine Besserung bringen.  

Ergotherapie beim Tietze-Syndrom

Die Ergotherapie wird beim Tietze-Syndrom nicht eingesetzt.  

Psychologische Betreuung beim Tietze-Syndrom

Bei starken und länger anhaltenden Beschwerden kommen ggf. Schmerzbewältigungsstrategien und Entspannungsverfahren wie das Autogene Training und die Muskelrelaxation nach Jakobsen zum Einsatz.  

Operative Maßnahmen beim Tietze-Syndrom

Operationen werden beim Tietze-Syndrom nicht notwendig.  

Im Vordergrund der Behandlung bei Tietze-Syndrom sollte die Beruhigung der Patienten stehen. Nach Ausschluss von Herzerkrankungen handelt es sich beim Tietze-Syndrom zwar um eine stark schmerzhafte Erkrankung, die aber insgesamt harmlos ist und nach kürzerer Zeit wieder abklingt.  

Alle oben genannten therapeutischen Maßnahmen können in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg durchgeführt werden. Ich hoffe, Ihnen mit dieser kurzen Beschreibung des Tietze-Syndroms weitergeholfen zu haben.

Ihr Team von der Klinik am Homberg



 


Weitere Informationen

Sekretariat der Abteilung Orthopädie

Telefon 05621 793-929
Fax 05621 793-293
E-Mail
spechtb@klinik-am-homberg.de

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Chefarzt Dr. med. Thomas Kröner


 


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