Bluthochdruck Einführung. Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland bzw. in den Industrieländern, statistisch ist jeder 5. betroffen, d. h. heißt, in Deutschland leiden ca. 16 Millionen Menschen unter einer Hypertonie (fachmedizinische Bezeichnung für Bluthochdruck). Das Besondere bei dieser Erkrankung ist, dass fast über die Hälfte der Bluthochdruck – Patienten nicht wissen, dass sie unter einem hohen Blutdruck leiden. Denn diese Krankheit des Kreislaufes macht eher selten Beschwerden und wird dadurch gar nicht erfasst oder erst im ungünstigen Fall, wenn Komplikationen des Bluthochdruckes – wie unter anderem Schlaganfall und Herzinfarkt – aufgetreten sind. Die Klinik am Homberg Bad Wildungen ist eine Fachklinik für Psychotherapie, Psychosomatik, Orthopädie, Traumatologie, Interdisziplinäre Schmerztherapie, AHB und BGSW und Sporttherapie...
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Bluthochdruck

Einführung

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland bzw. in den Industrieländern, statistisch ist jeder 5. betroffen, d. h. heißt, in Deutschland leiden ca. 16 Millionen Menschen unter einer Hypertonie (fachmedizinische Bezeichnung für Bluthochdruck). Das Besondere bei dieser Erkrankung ist, dass fast über die Hälfte der Bluthochdruck – Patienten nicht wissen, dass sie unter einem hohen Blutdruck leiden. Denn diese Krankheit des Kreislaufes macht eher selten Beschwerden und wird dadurch gar nicht erfasst oder erst im ungünstigen Fall, wenn Komplikationen des Bluthochdruckes – wie unter anderem Schlaganfall und Herzinfarkt – aufgetreten sind.

Es besteht eine verbreitete Tendenz, seitens der Patienten, den Bluthochdruck nicht ernst zu nehmen – „Was nicht weh tut, ist nicht so schlimm“ – und dadurch die Behandlung nicht konsequent umzusetzen. 

Ziel dieses Artikels ist, Patienten, aber auch die allgemeine Bevölkerung, für diese häufige Zivilisationskrankheit angemessen zu sensibilisieren. Den Umgang mit Bluthochdruck zu erleichtern und Hilfestellungen zu geben, die vielseitigen Ansatzmöglichkeiten bei der Behandlung effektiv zu nützen, da dies den Verlauf der Erkrankung entscheidend (z. B. Vorbeugung von Schlaganfall) beeinflussen kann. Wichtig ist, dass der Betroffene in Zusammenarbeit mit seinem behandelnden Arzt seine Lebensführung an das Vorliegen einer Bluthochdrucklage anpasst, z. B. seinen Alkoholgenuss einschränkt, den Kochsalzverbrauch senkt, regelmäßig Sport treibt, sich gesund ernährt, Normalgewicht anstrebt und lernt, besser mit Stress umzugehen. 

Informationen zur  Bluthochdruck - Erkrankung

Was ist Bluthochdruck?

Bevor diese Frage beantwortet wird, ist es wichtig zu wissen, wie der Blutdruck überhaupt entsteht, was die zwei gemessenen Werte (systolisch und diastolisch) bedeuten. Der Druck im arteriellen (Schlagader) Blutsystem entsteht durch die Pumptätigkeit des Herzens. Das Herz hat u. a. die Funktion, unseren Kreislauf in Gang zu halten; indem es sich zusammenzieht, wird das Blut aus den Herzkammern ausgeworfen, diese Phase nennt man Systole, und den Druck, mit dem das Blut ausgeworfen wird, nennt man systolischen Blutdruck. Nach dieser Phase erfolgt eine Erschlaffung des Herzens, diese Phase nennt man Diastole; der Druck, der dabei gemessen wird, ist der diastolische Blutdruck.

Die Obergrenzwerte des normalen Blutdruckes beim Erwachsenen sind 140 mm/hg systolisch und 90 mm/hg diastolisch.  

Wenn mehrfache Messungen (die Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes empfiehlt mindestens 3 Messungen an zwei verschiedenen Tagen) über 140/90 liegen, dann liegt ein Bluthochdruck vor. Bezüglich der Grenzwerte 140/90 ist zu ergänzen, dass bei Menschen über 65 Jahre der systolische Blutdruck bis 160 mm/hg betragen kann.

Es kann auch vorkommen, dass bestimmte Patienten höhere Werte aufweisen, wenn ihr Blutdruck vom medizinischen Personal gemessen wird (den sogenannten Weißkittel – Bluthochdruck), in solchen Fällen empfiehlt es sich, den Blutdruck durch Selbstmessung oder durch eine sogenannte 24-Stunden-Blutdruckmessung zu erfassen. Bei der 24-Stunden-Blutdruckmessung erfolgen über eine am Patienten angeschlossene Manschette und Gerät über 24 Stunden bis zu 50 Messungen, der Durchschnittsblutdruck sollte hier nicht über 135/85 mm/hg sein, darüber hinaus sollte der Anteil von den systolischen Werten über 140 mm/hg und die diastolischen Werte über 90 mm/hg nicht 25% übersteigen.  

Ursachen von Bluthochdruck

In der Mehrzahl der Fälle ist die genaue Ursache von Bluthochdruck nicht bekannt, man spricht auch von einer essentiellen Hypertonie, d. h. die Erkrankung bricht aus durch das Zusammenwirken von Anlage- und Risikofaktoren, man geht davon aus, dass ca. 90% der Erkrankungen dieser Form des Bluthochdruckes zugeordnet werden.

In 10% der Fälle spricht man von einer sekundären Hypertonie, d. h. der Bluthochdruck ist aufgrund einer vorliegenden Grunderkrankung oder Grundstörung entstanden. In 4% der Fälle handelt es sich um Nierenerkrankungen, zu den restlichen Fällen gehören z. B. Erkrankungen der Schilddrüse (Überfunktion) und z. B. der Nebennieren, auch Medikamente, z. B. Kontrazeptiva (Pille) können einen Bluthochdruck verursachen.

Zur Entstehung von Bluthochdruck

Die Höhe des Blutdruckes hängt von verschiedenen Faktoren in unserem Körper – wie der Weite der Gefäße, der Funktion der Niere, die den Salz- und Wasserhaushalt steuert, und von der Herzarbeit - ab. Darüber hinaus spielen bestimmte Hormone der Nebennieren und Niere, aber auch das Nervensystem eine Rolle bei der Regulation des Blutdruckes. Zum Beispiel kommt es bei einer Gefäßverengung zu einem Blutdruckanstieg und umgekehrt bei einer Gefäßerweiterung zum Abfall, dies ist auch u. a. eine medikamentöse Ansatzmöglichkeit. 

Wie kann man Bluthochdruck vorbeugen oder das Entstehen (auch bei vorhandener Veranlagung) hinauszögern?

Zu den klassischen Risikofaktoren gehören u. a. Übergewicht, Bewegungsmangel, Nikotinkonsum, erhöhte Fettwerte im Blut, erhöhter Kochsalzkonsum sowie eine ungünstige Stressverarbeitung. Erhöhte Harnsäurewerte sind für die Entstehung von Arterienverkalkung weniger bedeutsam als die Fette, sind aber behandlungsbedürftig. 

Bluthochdruck: Informationen zur Behandlung 

Was passiert, wenn der Bluthochdruck nicht behandelt wird?

Wie bereits oben erwähnt, macht eine erhöhte Blutdrucklage eher selten Beschwerden, so dass die Betroffenen meistens und auch naturgemäß diese gestörte Kreislaufregulation nicht bemerken und ihr keine Aufmerksamkeit schenken, dadurch bleibt der Bluthochdruck in der Mehrzahl der Fälle über längere Zeit unbehandelt. Dies ist der Grund, warum je nach Alter und Veranlagung der Blutdruck von Zeit zu Zeit kontrolliert werden sollte, um überhaupt eine Unregelmäßigkeit zu erfassen und weiter zu beobachten, da durch das rechtzeitige Erkennen von Bluthochdruck und konsequenter Behandlung der Verlauf wesentlich beeinflusst werden kann und schwere Komplikationen – u. a. Herzinfarkt und Schlaganfall – verhindert werden können.

Ein über längere Zeit nicht erkannter und behandelter Bluthochdruck führt schleichend zu einer Beschleunigung der Arterienverkalkung (dies geschieht auch zuerst unbemerkt) und dann im fortgeschrittenen Stadium zu schweren Organschädigungen – z. B. auch im Bereich der Nieren, des Herzens und des Gehirns. 

Welche Behandlungsalternativen gibt es beim Vorliegen eines Bluthochdruckes?

Es ist wichtig für Bluthochdruckkranke zu wissen, dass es verschiedene Ansatzmöglichkeiten neben der medikamentösen Behandlung gibt. Es ist von großer Bedeutung, die schon oben genannten Risikofaktoren möglichst zu beseitigen, da dadurch u. a. folgende Wirkungen erzielt werden können:

  1. Besserung der Blutdrucklage (z. B. durch Gewichtsreduktion);
  2. Vorbeugen eines schweren Verlaufes;
  3. Einsparen von Medikamenten durch Reduktion der Dosis (auch z. B. bei Rauchern, Nikotinkonsum schwächt die Wirkung der blutdrucksenkenden Mittel ab).

Die medikamentöse Behandlung sollte natürlich parallel zu den allgemeinen Maßnahmen durchgeführt werden und vor allem unter ärztlicher Kontrolle. Die Wirkungen und Hauptnebenwirkungen der verschiedenen Medikamente können in verschieden erhältlichen Broschüren erfahren werden. Sinnvoller für Betroffene mit Bluthochdruck ist das Besuchen einer Hypertonieschulung, die in bestimmten Zentren angeboten wird. Der Vorteil solcher Schulungen ist eine umfangreiche Aufklärung für den Patienten bzgl. seiner Erkrankung und hilfreich für seine Lebensführung; dies bedeutet einen Umgang, der von weniger Angst geprägt ist, was wiederum die Akzeptanz der therapeutischen Maßnahmen vonseiten des Patienten erhöht.  

Bluthochdruck: Wirkung der Behandlungen

Die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten und die angepasste Lebensführung an die gestörte Kreislaufregulation zielt in erster Linie auf die Senkung des Blutdruckes, um das Herz und die Gefäße zu entlasten, die durch einen Bluthochdruck verursachte Schäden zu reduzieren und um schweren Folgekomplikationen vorzubeugen.  

Nutzen der Behandlungen

Es ist sehr wichtig, dass der Patient mit Bluthochdruck bei der Behandlung zunehmend das Gefühl erwirbt, ein eigener Experte seiner Kreislaufstörung zu sein, so dass der Umgang mit der Hypertonie sich sicherer gestaltet, d. h mit weniger Angst, was sich wiederum in der Höhe des Bluthochdruckes niederschlägt.  

Risiken der Behandlungen

Wie andere Arzneimittel haben auch blutdrucksenkende Mittel Wirkungen und Nebenwirkungen. Es ist jedoch wichtig durch Aufklärung und Information zu wissen, welche Nebenwirkungen am häufigsten vorkommen und wie man damit umgehen kann. Vor allem weil bestimmte Nebenwirkungen auch nur vorübergehenden Charakter haben, dies wird dann mit dem behandelnden Arzt besprochen.

Auswirkung auf die Lebensqualität

Die Stabilisierung der Blutdrucklage bedeutet für den Betroffenen mittel- und langfristig eine Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems und dient der Vorbeugung von Folgeschäden. Dies ist sicherlich eine Bereicherung, wenn bedacht wird, welche Einschränkungen ein Schlaganfall für den Betroffenen bedeutet.  

Unsicherheiten bei den Behandlungen

Die Unsicherheit bei der Behandlung von Bluthochdruck liegt meistens daran, dass der Patient über wenig Wissen zu seiner Erkrankung verfügt und die ärztlichen Maßnahmen meistens nicht konsequent durchführt.

Bluthochdruck: Behandlung in der Klinik am Homberg

  • Grundsätze

Informieren – Motivieren – Aktivieren – Anleiten – Förderung von Compliance und Eigenverantwortung.

  • Eingangsdiagnostik (Stationsarzt bzw. Psychologe, u. U. internistisches Konsil).
  • Medikamentöse Therapie (Stationsarzt, u. U. internistisches Konsil)
  • U. U. Ernährungsberatung und Adipositastherapie
  • Bewegungstherapie (mindestens eine Form nach freier Wahl und nach Absprache mit dem Stationstherapeuten):

           a) Sport           b) freies Ergometertraining       c) Walking – Einführung

            d) Walking – Training      e) Tanzen

  • Entspannungstherapie : z. B. Autogenes Training
  • Themenzentrierte halboffene Gesprächsgruppe

            Grundthemen: U. a. Stress(-bewältigung), Kampfhaltung, Konkurrenzdruck,  verbissene Beharrlichkeit, Schwierigkeit, Autorität zu sein, Leistungsansprüche an sich selbst, Überangepasstheit, Pflichtbewusstsein,  Abwehr von Gefühlen, chronisch gehemmte Aggressivität, untergründig passiv – depressiv 

Quellenangabe:
Bluthochdruck und kardiovaskuläre Risikofaktoren – Ein Leitfaden für Arzt, Patientenseminare, Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V., Heidelberg.

Impressum: Die Publikation wurde erstellt von Herrn A. El-Cherid / Arzt / -Rehabilitationswesen-, Assistenzarzt in der Psychosomatischen Abteilung  der Klinik am Homberg, Bad Wildungen, Gruppenleiter der Gesprächsgruppe für Patienten mit Bluthochdruck.  

A. El-Cherid, Stationsarzt

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

Weitere Informationen

Sekretariat der Abteilung Psychosomatik/Psychotherapie

Telefon 05621 793-289
Fax 05621 793-292
E-Mail
jakelb@klinik-am-homberg.de

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