Coxarthrose. Was ist eine Coxarthrose? Als Coxarthrose wird die Arthrose (Verschleiß) des Hüftgelenks bezeichnet. Man unterscheidet die Coxarthrose in 2 Formen: 1. Primäre Coxarthrose oder idiopathische Coxarthrose. Hierunter versteht man eine Eigenerkrankung des Hüftgelenkes in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne eine bekannte Vorerkrankung. Die Klinik am Homberg Bad Wildungen ist eine Fachklinik für Psychotherapie, Psychosomatik, Orthopädie, Traumatologie, Interdisziplinäre Schmerztherapie, AHB und BGSW und Sporttherapie...
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Coxarthrose

Was ist eine Coxarthrose?

Als Coxarthrose wird die Arthrose (Verschleiß) des Hüftgelenks bezeichnet. Man unterscheidet die Coxarthrose in 2 Formen:  

1. Primäre Coxarthrose oder idiopathische Coxarthrose

Hierunter versteht man eine Eigenerkrankung des Hüftgelenkes in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne eine bekannte Vorerkrankung.  

2. Sekundäre Coxarthrose

Die sekundäre Coxarthrose entwickelt sich aus der sogenannten Präarthrose = Vorgänge die einer eigentlichen Arthrose vorausgehen.  So kann z. B. ein angeborenes Missverhältnis im Bereich der Gelenkpfanne und des Oberschenkelkopfes bestehen. X- oder O-Beine können auch ein Ungleichgewicht am Hüftgelenk auslösen. Auch kann eine sekundäre Coxarthrose bei Verletzungen oder größeren operativen Eingriffen auftreten. Entzündungen am Hüftgelenk (Hüftarthritis) als auch Durchblutungsstörungen am Hüftkopf (Hüftkopfnekrose) können eine sekundäre Coxarthrose auslösen. Ein Übergewicht kann sowohl die Schmerzen als auch degenerative Veränderungen am Hüftgelenkknorpel bei Coxarthrose verstärken oder hervorrufen.  

Bei den Arthrosen kommt es insgesamt zu einem Aufbrauchen des Knorpels in den Gelenken.  

Krankheitswert bekommt eine Coxarthrose, wenn sie Schmerzen verursacht und mit Funktionseinschränkungen verbunden ist. Diese Einschränkungen kommen durch das Schrumpfen der Gelenkkapsel als auch durch den Knochenanbau und Umbau zustande. Der Patient mit einer aktivierten Coxarthrose kann deutliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen haben, obwohl Röntgenzeichen noch fehlen. Umgekehrt zeigt das Röntgenbild oft degenerative Veränderungen im Bereich der Hüfte, ohne dass der Patient unter Schmerzen oder Beschwerden leidet.  

Symptome der Coxarthrose

Es kommt zunächst zu belastungsabhängigen Beschwerden im Bereich des Hüftgelenkes. Anfangs besteht der sogenannte Anlaufschmerz. Dieser wird durch das Aneinanderreiben der Knochenoberfläche erklärt („das Gelenk ist nicht gut geschmiert“). Mit der Zeit wird die Gehstrecke deutlich kürzer. Es kommt bei Coxarthrose zu dem sogenannten Ermüdungs- oder Belastungsschmerz.  

Von der Untersuchung und Anamnese her ist die Coxarthrose umso schwerer je kürzer der zeitliche Abstand zwischen Anlauf- und Belastungsschmerz liegt. Es kommt zu Reibe- und Knackgeräuschen, die durch das Reiben der beiden Gelenkflächen aneinander entstehen. Bei der aktivierten Arthrose kommen außer Anlauf- und Ermüdungsschmerz noch ein Ruhe- oder Nachtschmerz dazu. Dies kann durch eine plötzliche Überlastung, eine Entzündung im Körper, als auch durch Stress und Beeinflussungen des Wetters auftreten. 

Untersuchung der Coxarthrose

Bei zunehmenden Beschwerden wird der betroffene Patient den Arzt aufsuchen. Dieser wird zunächst die Krankheitsgeschichte ermitteln.

Bei der Untersuchung wird die Beweglichkeit des Hüftgelenkes als auch entsprechende Fehlstellungen im Bereich der Beine oder Beinverkürzungen festgestellt, ebenso Muskelverkürzungen und Sehnenverhärtungen. Typisch für die Coxarthrose sind Leistendruckschmerzen, Schmerzen, wenn man auf den seitlichen Teil des Hüftkopfes klopft sowie Schmerzen beim Abspreizen des Beines sowie Schmerzen beim Innendrehen des Oberschenkels.

Diagnostik

In der Regel wird eine Röntgenaufnahme des Hüftgelenkes oder des Beckens durchgeführt, um ggf. Fehlformen oder Durchblutungsstörungen festzustellen. In unklaren Fällen schließt sich noch die Computertomographie oder eine Kernspintomographie an.  

Der Verlauf der Coxarthrose ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Beschwerdebeginn sowie die Abnahme der Beweglichkeit. Oft bleibt der Bewegungsverlust den Patienten lange verborgen und wird erst durch gezielte Fragen des Arztes aufgedeckt.  

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Therapie bei Coxarthrose

Im Vordergrund der Behandlung der Coxarthrose steht die Krankengymnastik sowie ggf. bei sekundärer Coxarthrose die Behandlung der primären Ursachen. Hier können bei Fehlstellungen z. B. Schuheinlagen, Erhöhungen am inneren oder äußeren Gelenkspalt, als auch eine Pufferung durch bestimmte Absätze am Schuh eine Erleichterung bringen.

In der Krankengymnastik werden die verhärteten und verkürzten Muskel gedehnt, ebenso die schmerzbedingte Verkürzung der Gelenkkapsel.  

Physikalische Maßnahmen:

Im Vordergrund steht die Behandlung zur Lockerung der Muskulatur durch Wärmeanwendungen sowie ergänzende Massagen. Bei Schmerzen kommt die Elektrotherapie zum Einsatz, z. B. Interferenzstrom-Behandlungen, Iontophoresen. Mit diesen kann man zusätzlich Medikamente in Form einer Salbe in die Tiefe des Hüftgelenkes bringen. Dies führt zu einer Abschwellung und damit verbundenen Schmerzlinderung .  

Ergotherapie (Beschäftigungstherapie):

Die Ergotherapie wird bei Behandlung der Coxarthrose ebenfalls zur Schmerzlinderung und Bewegungsverbesserung eingesetzt. Im Vordergrund stehen hier Gelenkschutz fördernde Maßnahmen.  

Auch von psychologischer Seite können die Beschwerden der Coxarthrose günstig beeinflusst werden i. S. einer Schmerzbewältigung als auch in der Erlernung von Entspannungsmaßnahmen wie Autogenem Training und progressiver Muskelrelaxation nach Jacobson.  

Medizinische Trainings-Therapie (MTT):

Im Rahmen der MTT werden gezielt „Fitnessgeräte“ durch geschulte Physiotherapeuten zum Muskelaufbau eingesetzt. Durch eine kräftige Muskulatur wird das Hüftgelenk bei Coxarthrose entlastet.  

Übungen im Bewegungsbad vermindern das Körpergewicht, so dass die Schmerzen gelindert werden und die Bewegungsausmaße schonend verbessert werden können.  

Ernährungsberatung:

Oft besteht bei Patienten mit Coxarthrose ein Übergewicht, da die Schmerzen sowie die Bewegungseinschränkungen zu einer Reduzierung der sportlichen Tätigkeit geführt haben. Hier kann eine gezielte Ernährungsberatung zu einer Abnahme des Körpergewichts führen und damit Schmerzen bei Coxarthrose lindern. Auch werden bestimmte Ernährungsformen, z. B. vegetarisch oder vollwertig, als schmerzlindernd beschrieben.  

Medikamentöse Behandlung bei Coxarthrose:

Hier werden die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Cortison-freie entzündungshemmende, reizmindernde und abschwellende Medikamente. Oft werden diese Medikamente in Kombination mit Magenschutzpräparaten gegeben. Alle diese Medikamente können bei längerer Gabe Magen-/Darmprobleme bis zu blutenden Geschwüren am Magen und Zwölffingerdarm führen. Oft wird zusätzlich ein Vitamin E-Präparat eingesetzt, um Reizstoffe im Gelenk  - die sogenannten freien Radikalen - wegzufangen und die entzündungshemmenden Medikamente reduzieren zu können oder sie gar nicht mehr einsetzen zu müssen.

Oft helfen auch bei lokalen Schmerzen  Infiltrationen in schmerzende Muskel- oder Sehnenansätze. Hierbei wird mit dünnen Spritzen ein lokales Betäubungsmittel verabreicht. In seltenen Fällen werden die Schmerzmittel auch direkt in das Gelenk gegeben.

Bei starken Schmerzzuständen werden auch zentral wirkende Analgetika (Schmerzmittel, die im Gehirn bzw. im Rückenmark wirken) eingesetzt. Hier sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden.  

Operative Methoden bei Coxarthrose:

Auf die heutigen vielfältigen Möglichkeiten der operativen Behandlung der Coxarthrose soll in diesem Zusammenhang nicht eingegangen werden, da im Vordergrund zunächst die konservative Behandlung der Coxarthrose steht.  

Insgesamt sollte man bei degenerativen Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden, hier insbesondere der Coxarthrose, nicht resignieren sondern weiterhin aktiv bleiben.  

Machen Sie sich bewusst, dass Sie etwas tun können!

Sie sollten in Bewegung bleiben und beschwerdeabhängig eine regelmäßige Gymnastik durchführen. Dies fördert sowohl die Ernährung des Knorpels als auch des Knochens. Hierdurch werden Muskeln und Bänder trainiert, Muskelverkürzung wird vorgebeugt. Bei Fragen, wie viel Gymnastik, wie viel Sport soll ich durchführen, sollte man sich vertrauensvoll an den behandelnden Arzt und die Krankengymnasten wenden.  

An sportlichen Tätigkeiten eignen sich Wandern, teilweise Bergwandern, Jogging und Skilanglauf. Ohne jede Einschränkung lässt sich Rückenschwimmen empfehlen.

Ungünstig sind Ballspiele, z. B. Fußball, Hockey, Squash, Federball.

Als Grundsatz sollte gelten: Bewegung ja, Belastung nein.  

Wie Sie sehen, kann man mit konservativer Behandlung viel für Ihre Beschwerden und Bewegungseinschränkungen bei Coxarthrose tun. 

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können.

Fachabteilung Orthopädie/Unfallchirurgie der Klinik am Homberg

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz

Weitere Informationen

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