Tennisarm. Beim Tennisarm liegt eine Epic ondylitis (radialis humeri) vor. Die Epic ondylitis gehört zu den Insertionstendopathien; dies ist eine Erkrankung der Sehnen, Sehnenscheiden und Bänder. Die Epic ondylitis gehört auch zu den Myotendinosen (Erkrankung der Einheit Muskel = Myo und Sehne = Tendo). Es handelt sich dabei um Erkrankungen der Sehnen und Bänder, wobei auch immer die Muskulatur, vor allem an ihren Ansätzen, beteiligt ist. Tendopathien können schmerzhafte Veränderungen an Sehnen am Ansatz oder Ursprung eines Muskels oder in Band- und Kapselansätzen fast überall im Körper hervorrufen. Am häufigsten kommt der Tennisarm, der gleichermaßen bei Männern als auch bei Frauen auftritt,  im mittleren Lebensalter vor. Definition des Tennisarm. Die Klinik am Homberg Bad Wildungen ist eine Fachklinik für Psychotherapie, Psychosomatik, Orthopädie, Traumatologie, Interdisziplinäre Schmerztherapie, AHB und BGSW und Sporttherapie...
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Tennisarm

Beim Tennisarm liegt eine Epic ondylitis (radialis humeri) vor. Die Epic ondylitis gehört zu den Insertionstendopathien; dies ist eine Erkrankung der Sehnen, Sehnenscheiden und Bänder. 
Die Epic ondylitis gehört auch zu den Myotendinosen (Erkrankung der Einheit Muskel = Myo und Sehne = Tendo). Es handelt sich dabei um Erkrankungen der Sehnen und Bänder, wobei auch immer die Muskulatur, vor allem an ihren Ansätzen, beteiligt ist. Tendopathien können schmerzhafte Veränderungen an Sehnen am Ansatz oder Ursprung eines Muskels oder in Band- und Kapselansätzen fast überall im Körper hervorrufen.

Am häufigsten kommt der Tennisarm, der gleichermaßen bei Männern als auch bei Frauen auftritt,  im mittleren Lebensalter vor.  

Definition des Tennisarm

Beim Tennisarm handelt es sich um ein Schmerzsyndrom im Bereich des Ursprungs der Hand- und Fingermuskulatur an den knöchernen äußeren Ansätzen des Oberarmknochens (Humerus).

Der Tennisarm ist die häufigste Ansatztendinose der Unterarmstreckmuskulatur.  
Die Epic ondylitis ulnaris humeri, auch Gol ferellenbogen genannt, tritt deutlich seltener auf.  

Ursachen des Tennisarm

Trotz der Bezeichnung "Tennisarm" tritt dieser doch nur verhältnismäßig selten bei Sportlern auf. Meist ist dann eine falsche Technik, insbesondere bei der Tennisrückhand, die Ursache.  

Viel häufiger kommt der Tennisarm bei chronischen mechanischen Überbeanspruchungen vor, hier besonders bei Handarbeitern und bei Sekretärinnen.

Beim Tennisarm kommt es zu schmerzhaften Verschleißerkrankungen im Ansatzbereich der Muskulatur. Hierbei ist die Streckmuskulatur weitaus häufiger betroffen als die Beugemuskulatur im Handgelenk. Ein Tennisarm tritt vorwiegend bei solchen Menschen auf, die berufsmäßig oder bei sportlicher Betätigung Überlastungen ausgesetzt sind. Hier sind  Handwerker, Mechaniker, Straßen- und Bauarbeiter sowie an letzter Stelle Tennisspieler zu erwähnen. Oft tritt der Tennisarm auch bei älteren Patienten auf, die bereits mehr oder weniger stark ausgeprägte degenerative (arthrotische) Veränderungen im Ellenbogengelenk haben.  

Diagnose des Tennisarm

Wegen starken Schmerzen im Ellenbogenbereich, die besonders bei Handarbeiten auftreten, wird der Patient beim Arzt vorstellig. Die Schmerzen können so stark ausgeprägt sein, dass kaum noch leichtere Gegenstände angehoben werden können. Die Schmerzen strahlen oft in die Unterarmmuskulatur aus. 

Bei der klinischen Untersuchung ist ein starker Druck- und Berührungsschmerz auf den betreffenden Sehnenansätzen auszulösen. Schmerzbedingt findet sich eine Bewegungseinschränkung im Ellenbogengelenk, die aber verhältnismäßig selten durch degenerative Veränderungen ausgelöst wird.

Ihr Arzt wird die sogenannten Widerstands-Teste ausführen. Der Patient wird aufgefordert eine Faust zu machen und nach oben oder unten zu drücken. Entsprechend der Schmerzsymptomatik bei Tennis- oder Golferellenbogen wird jeweils eine Schmerzverstärkung am Ellenbogengelenk auftreten. Oft sind die Muskeln des Unterarms stark verspannt. Häufig treten auch leichte Gefühlsstörungen auf, die aber meist nicht durch Veränderungen durch ein Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom) oder lokale Nervenschäden hervorgerufen werden.

„Sonographisch“ – mit Ultraschall-Geräten – wird bei einigen Patienten eine Schwellung im Bereich der Sehnenansätze darzustellen sein.

Bei Röntgenuntersuchungen des Ellenbogengelenkes sind nur sehr selten krankhafte Veränderungen festzustellen. Sollte der Tennisarm bereits in ein chronisches Stadium eingetreten sein, kann man auf dem Röntgenbild zuweilen Verkalkungsherde im Bereich der Sehnenansatzstellen oder kleine Periostunregelmäßigkeiten (Knochenhautunregelmäßigkeiten) sowie Knochenausziehungen erkennen.  

Therapie des Tennisarm

Ihr Arzt wird zunächst versuchen, die Ursache der chronischen Überlastung mit Ihnen heraus zu finden.

Bei Sportlern ist es empfehlenswert, erneut Trainingsstunden beim Tennislehrer zu nehmen, um evtl. Fehler beim Spiel zu korrigieren.

Bei Handwerkern, Mechanikern, Straßenbauarbeitern sowie Personen, die an PC-Arbeitsplätzen oder Schreibmaschinen tätig sind, kommt eine genauere Überprüfung des Arbeitsplatzes in Frage. Dies sollte im Rahmen der Ergotherapie besprochen werden.  

Ergotherapie und Tennisarm

An den heutigen Arbeitsplätzen findet man immer wieder zahllose Überlastungsmomente mit einseitigen Belastungen und monotonen Zwangshaltungen.

Die Ergotherapeuten können beim Tennisarm häufig eine deutliche Schmerzlinderung durch Änderung der Tastatur am PC erreichen. Hierbei wird besonders auf den Gelenkschutz geachtet. Schon eine ergonomisch gearbeitete Computermaus oder eine aufklappbare Tastatur kann den Tennisarm deutlich lindern.

Bei Bauarbeitern, die z. B. häufig Schrauben eindrehen müssen, werden mechanische Hilfsmittel wie elektrische Schraubenzieher empfohlen.

Weitere therapeutische Möglichkeiten bei Tennisarm

Eine Gipsruhigstellung wird nur noch selten durchgeführt, da hierdurch häufig zusätzliche Versteifungen im Bereich des Ellenbogen- und Handgelenkes auftreten und sich die Muskeln, Sehnen und Bänder weiter verkürzen.  

Selbständig können die Patienten sogenannte Querfriktionen an den Sehnenansätzen durchführen, dies wird durch die Krankengymnasten vorgeführt. Es werden hierbei quer zur Sehne Dehnungsreize gesetzt.

Bei leichteren Formen können auch Salbenumschläge helfen.  

Bei stärkeren Formen wird Ihr Arzt eine Spritzenbehandlung durchführen. Es werden hierbei häufig Lokalanästhetika eingesetzt. Dies sind Mittel, die den Schmerz betäuben. Während dieser Zeit können die Sehnen durch die Krankengymnastik oder auch selbständig gut gedehnt werden.

Bei einem chronischen Tennisarm können auch Cortison-Präparate kurzfristig gute Behandlungserfolge erzielen. Zu häufig sollten diese Spritzen aber nicht eingesetzt werden, da Cortison über längere Zeit gegeben auch die Sehnen und Knochen schädigen kann.  

Physikalische Therapie bei Tennisarm

Unterstützend wird z. B. der Softlaser eingesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Stoffwechselaktivierung und lokale Schmerzlinderung, die die verkürzten Sehnenansätze beruhigt und aufdehnt.  

Stärker wirksam sind Ultraschall-Behandlungen, wobei Wärme und Vibrationen in die Tiefe kommen. Die Vibrationen wirken wie eine Mikromassage. Bei der ersten und zweiten Anwendung können aber zunächst vermehrte Schmerzen auftreten.  

Sogenannte Iontophoresen (spezielle Elektrotherapie) können schmerzlindernde und reizmindernde Medikamente an den Sehnenansatz in die Tiefe bringen.  

Ebenso eingesetzt werden Kälte- oder auch Wärme-Anwendungen.  

Sporttherapie bei Tennisarm

Oft ist nur eine kurzfristige Schonung notwendig. Zusammen mit Sportlehrern oder entsprechenden Trainern wird eine Trainingsberatung und eine Überprüfung des Sportgerätes bzw. der angewandten Technik notwendig.  

Nach Abklingen der Beschwerden kann mit der Medizinischen Trainings-Therapie (MTT) die Muskulatur an speziellen Fitnessgeräten unter Aufsicht von geschulten Physiotherapeuten wieder aufgebaut werden. 

Zur Vermeidung von Rückfällen können oft auch orthopädie-technische Lösungen wie sogenannte Ellenbogen-Bandagen oder –Spangen eingesetzt werden. Diese Hilfsmittel sind aber nur zur Vorbeugung gedacht. Bei akuten Beschwerden sind Ellenbogen-Bandagen oder –Spangen nur wenig hilfreich.  

Technische Behandlungen beim chronischen Tennisarm

Sollten die konservativen Maßnahmen, die Gabe von Medikamenten und lokale Spritzen nicht helfen, gibt es weitere Möglichkeiten, den Tennisarm zu behandeln.

Hier sei zum Einen die Röntgenreizbestrahlung genannt. Hierbei werden spezielle Röntgenstrahlen nur auf den Ellenbogen gerichtet. Diese Behandlung wird in der Regel 3 bis 4 x durchgeführt. Die Strahlenbelastung ist geringer als bei einer Röntgenaufnahme des Ellenbogengelenkes in 2 Ebenen. Die Erfolgsaussichten der Röntgenreizbestrahlung beim Tennisarm liegen bei ca. 80 bis 90 %.  

Extrakorporelle Stoßwellentherapie bei Tennisarm

Bei der Stoßwellentherapie handelt es sich um ein spezielles Ultraschallgerät, ähnlich einem Nierensteinzertrümmerer. Bei dieser Therapie werden starke Ultraschall-Impulse auf die schmerzhaften Sehnenansätze gerichtet. Die Erfolgsaussichten betragen ca. 80 %.

Zu erwähnen sind evtl. Komplikationen. Es können während der Behandlung vermehrte Schmerzen im Bereich der Epicondylen auftreten, ebenso kann es zu Verletzungen von kleinen Blutgefäßen (blauer Fleck) kommen.

Da die extrakorporelle Stoßwellentherapie nicht von allen Krankenkassen bezahlt wird, sollte zunächst mit dem behandelnden Orthopäden Rücksprache gehalten werden. Ggf. sollte vor der Behandlung eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse eingeholt werden.  

Weitere Therapien beim Tennisarm sind die Magnetfeldtherapie und die pulsierende Signaltherapie, wobei eindeutige positive Wirkungen wissenschaftlich bisher noch nicht ausreichend dargelegt wurden.  

Operative Behandlung des Tennisarm

Sollten alle konservativen und apparativen Maßnahmen keine Besserung ergeben, sollte mit einem operativ tätigen Kollegen über einen Eingriff nachgedacht werden.

Hierbei wird am häufigsten die sogenannte Operation nach Hohmann und Wilhelm eingesetzt. Die Operation kann ambulant durchgeführt werden. Unter lokaler Betäubung wird die Muskulatur am Epicondylus (Ansatz der Sehnen) eingekerbt und evtl. gleichzeitig eine Denervierung (Durchtrennung der Schmerzfasern) durchgeführt.

Die Arbeitsunfähigkeit nach der Operation beträgt ca. 1 bis 2 Wochen. 

Als Patient sollte man sich durch die operativ tätigen Kollegen eingehend über das Verfahren sowie über evtl. Komplikationen informieren lassen. 

Sollten noch Restbeschwerden bestehen, kann die Akupunktur bei einem Tennisarm in vielen Fällen eine weitere Schmerzlinderung erreichen.  

Psychische Ursachen bei Tennisarm

In selten Fällen kommt ein Tennisarm auch bei psychischen Ursachen vor. Mobbing am Arbeitsplatz begünstigt die Entstehung.

Sollten psychische Ursachen bestehen, können im Rahmen einer Psychotherapie oder Verhaltenstherapie seelische Beeinträchtigungen, körperliche und geistige Probleme aufgearbeitet werden und positive, die eigene Persönlichkeit fördernde Sicht- und Verhaltensweise sowie Körperhaltungen erarbeitet werden.

Zum Einsatz kommen in der Klinik am Homberg Entspannungsmethoden wie das Autogene Training, die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, die Eutonie, die Stressbewältigung sowie psychologische Einzelgespräche.

Wir hoffen, Ihnen mit dieser Übersicht einen Einblick in die vielfältigen Methoden der Behandlung bei einem Tennisarm gegeben zu haben.  

Ihr Team von der Klinik am Homberg

Weitere Informationen

Sekretariat der Abteilung Orthopädie

Telefon 05621 793-929
Fax 05621 793-293
E-Mail
spechtb@klinik-am-homberg.de

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