
Beim Zervikal -Syndrom (oberes Halswirbelsäulensyndrom) kommt es häufig zu Kopfschmerzen, Schwindelattacken, auch können Hör-, Seh- oder Schluckstörungen, gelegentlich Gesichtsschmerzen, Kiefergelenkschmerzen auftreten. Bei Störungen im Bereich der mittleren und unteren Halswirbelsäule können zusätzlich Gefühlsstörungen und Schmerzen im Bereich der Schultern und Arme auftreten.
Ursache des Zervikal-Syndrom
Beim Zervikal -Syndrom handelt es sich häufig um muskuläre Verspannungen im Bereich der Hals- und Schultermuskulatur, die durch monotone Zwangshaltungen, insbesondere bei PC-Arbeitsplätzen, auftreten. Oft können auch Verspannungen durch länger andauernde sportliche oder seelische Belastungen auftreten.
Häufig bestehen beim Zervikal -Syndrom Fehlstellungen im Bereich der kleinen Wirbelgelenke sowie der Kopfgelenke, d. h. dem Übergang zwischen Kopf und Halswirbelsäule. Selten sind degenerative Veränderungen (Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule) die Ursache.
Durch die Verspannungen werden Blutgefäße, die sich im Bereich des Halses befinden, eingeengt, auch können Nerven gedrückt werden, die dann oben beschriebene Auswirkungen nach sich ziehen.
Diagnose des Zervikal -Syndrom
Am häufigsten treten bei einem Zervikal -Syndrom Kopfschmerzen auf, die häufig abhängig sind von der Kopfhaltung. Hierunter können sich die Beschwerden auch verstärken. Bestimmte Kopfbewegungen können die Schmerzen auslösen, verschlimmern, aber auch verringern.
Die Schmerzen ziehen meistens vom Nacken zum Hinterkopf. Zeitweilig können Schwindelerscheinungen, Sehstörungen sowie Gleichgewichtsstörungen auftreten.
Beim Drehen der Halswirbel entsteht häufig ein Drehschwindel, der meistens nur wenige Sekunden bis Minuten anhält. Die Beschwerden verstärken sich beim Zervikal -Syndrom bei Überkopfarbeiten sowie schnellen Kopfbewegungen. Die Schwindelattacken können häufig auch durch die Kopf- oder Kiefergelenke verursacht werden.
Körperliche Untersuchung bei Zervikal -Syndrom
Ihr Arzt wird zunächst eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) mit Ihnen besprechen. Er wird auf die verschiedenen auslösenden Ursachen zu sprechen kommen. Häufig treten die Beschwerden bei monotonen Zwangshaltungen am Arbeitsplatz, aber auch durch seelische Belastungen auf.
Bei der klinischen Untersuchung wird die Muskulatur abgetastet und die Wirbelsäulenform begutachtet. Es wird die Beweglichkeit festgestellt sowie im Rahmen der manuellen Chirodiagnostik Blockierungen im Bereich der Wirbel- und Kopfgelenke untersucht.
Auch werden neurologische (Nerven betreffende) Untersuchungen erfolgen. Hier wird nach Gefühlsstörungen, Kraftminderungen oder Reflexdifferenzen gesucht.
Häufig können durch diese klinischen Untersuchungen schwere Erkrankungen bereits ausgeschlossen werden. Nicht vergessen darf der Arzt die Frage nach seelischen Belastungen. Diese können ebenfalls ein Zervikal -Syndrom auslösen.
Apparative Untersuchungen bei Zervikal -Syndrom
Bei unklaren Beschwerden wird ihr Arzt zunächst eine Röntgenübersichtsaufnahme der Halswirbelsäule (HWS) in 2 oder in 4 Ebenen anfertigen.
Bei speziellen Fragestellungen oder wenn ein Bandscheibenvorfall oder degenerative Veränderungen nicht auszuschließen sind, stehen noch die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie zur Verfügung. Evtl. muss auch eine Kernspintomographie des Schädels erfolgen.
Bei Schwindelattacken oder Drehschwindel sollten auch die internistischen Ursachen wie Herzrhythmusstörungen sowie andere Kreislaufprobleme abgeklärt werden.
Ebenso müssen Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt ausgeschlossen werden.
Bei Verengungen im Bereich der Blutgefäße sollte eine Doppler-Untersuchung der Halsgefäße erfolgen. Hierbei wird mittels Ultraschall nach Einengungen der Halsgefäße gesucht.
Sollten sich bei diesen Untersuchungen noch keine eindeutige Erklärung des Zervikal -Syndrom ergeben, schließt sich eine neurologische (nervenärztliche) Untersuchung an.
Therapie des Zervikal -Syndrom
Meist helfen schon leichte therapeutische Maßnahmen die Beschwerden deutlich zu lindern. Nur selten sollte beim Zervikal -Syndrom die Halskrawatte angelegt werden.
Im Vordergrund steht die krankengymnastische Behandlung, um Fehlstellungen und Fehlhaltungen zu korrigieren und in einem kontinuierlichen Prozess die Halsmuskulatur zu stärken.
Physikalische Therapie bei Zervikal -Syndrom
Bei den physikalischen Maßnahmen stehen im Vordergrund die muskelentspannenden Maßnahmen sowie die wärmenden Maßnahmen, ggf. können auch Elektrotherapien zu einer Schmerzlinderung führen.
Chirotherapie bei Zervikal -Syndrom
Sollten sich keine ernsthaften Erkrankungen der HWS finden, aber Verklebungen im Bereich der Wirbelgelenke bestehen – die sogenannten Blockierungen – kann Ihr chirotherapeutisch ausgebildeter Arzt die sogenannten Deblockierungen durchführen.
Hierbei werden durch leichten Zug und leichte Drehungen an der HWS verklebte Wirbelgelenke wieder gelöst. Dies kann sehr schnell zu einer Besserung des Zervikal -Syndrom führen. Eine aktuelle Röntgenaufnahme sollte auf jeden Fall vorliegen.
Nur selten sind Infiltrationsbehandlungen bei Zervikal -Syndrom notwendig, ebenso Medikamente, die sowohl schmerz- und reizmindernd wirken, als auch Medikamente, die die Muskulatur entspannen.
Über die entsprechenden Nebenwirkungen sollten Sie sich mit Ihrem behandelnden Orthopäden beraten. Auch sollten Sie alle Medikamente aufführen, die Sie einnehmen, um unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen möglichst auszuschließen.
Ergotherapie und Zervikal -Syndrom
Gerade an den heutigen Arbeitsplätzen mit monotonen Zwangshaltungen kommt es häufig zum Zervikal -Syndrom. Bei monotonen und einseitigen Arbeitshaltungen entsteht sehr schnell ein Zervikal -Syndrom mit starken Verspannungen im Bereich der Schulter-/Nackenregion und mit Kopfschmerzen. Diese treten auch bei Stress und psychischen Belastungen auf.
Im Rahmen der Ergotherapie können durch leichte Veränderungen am Arbeitsplatz, z. B. der Stellung des Bildschirms und der Tastatur, eine schnelle Linderung erbracht werden und gut vorbeugend gegen ein Zervikal -Syndrom wirken.
Psychologische Behandlungsansätze bei Zervikal -Syndrom
Da häufig auch Stress, seelische Belastungen sowie Zeitdruck ein Zervikal -Syndrom auslösen können, können Entspannungsmethoden wie das Autogene Training, die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, die Eutonie, als auch die Stressbewältigung und Schmerztherapie eine Erleichterung, sogar oft eine Heilung, bringen.
Akupunktur bei Zervikal -Syndrom
Die Akupunktur kann auf eine Jahrtausend alte Tradition zurückblicken. Die Akupunktur bei Zervikal -Syndrom kann in vielen Fällen eine deutliche Linderung der Schmerzen und des Kopfdrucks erreichen.
Medizinische Trainingstherapie (MTT) bei Zervikal -Syndrom
Ergänzt wird die krankengymnastische Behandlung bei Zervikal -Syndrom durch die MTT.
Die Muskulatur wird dabei an speziellen Fitnessgeräten unter Aufsicht von geschulten Physiotherapeuten aufgebaut. Im Rahmen der Sporttherapie können evtl. falsche Trainingsmethoden korrigiert werden.
Operationen werden beim Zervikal -Syndrom nicht notwendig.
Alle diese, o. g. diagnostischen Maßnahmen und therapeutischen Hilfen können wir in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg durchführen, um Ihnen langfristig die Beschwerden und Schmerzen bei Zervikal -Syndrom vermeiden zu helfen. Sie werden merken, nach Erlernen der richtigen Techniken, entsprechenden Entspannungsverfahren und evtl. Umstellung der Lebensführung und leichten Veränderungen am Arbeitsplatz tritt ein Zervikal -Syndrom nur noch selten auf.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Übersicht einen Einblick in das Krankheitsbild des Zervikal -Syndrom gegeben zu haben und wünschen Ihnen ein Leben ohne Kopfschmerzen.
Ihr Team von der Klinik am Homberg
Sekretariat der Abteilung Orthopädie
Telefon 05621 793-929
Fax 05621 793-293
E-Mail spechtb@klinik-am-homberg.de

Chefarzt Dr. med. Thomas Kröner
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Aktualisiert am 02.12.2010